Eisleben
Anzeige
Viele Männer würden gerne weniger arbeiten

STUDIE: Viel Potenzial zur Angleichung der Arbeitszeiten zwischen den Geschlechtern

Fehlende oder zu teure Kinderbetreuung führt oft immer noch dazu, dass insbesondere Mütter ihre Arbeitszeitwünsche nicht realisieren können. FOTO: DPA

7.04.2021

Bei den Arbeitszeiten klaffen in Deutschland einer Studie zufolge Wunsch und Wirklichkeit auseinander. Erwerbstätige Männer arbeiteten im Durchschnitt 41 Stunden pro Woche und damit neun Stunden mehr als Frauen, hieß es in einer kürzlich veröffentlichten Studie im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung. Allerdings wünschten sich Männer mit 37 Stunden und Frauen mit 30 Stunden pro Woche eine kürzere Arbeitszeit. Insgesamt arbeiten demnach 50 Prozent der männlichen und 41 Prozent der weiblichen Beschäftigten mehr, als sie gerne würden.

Zugleich möchten der Studie zufolge mehr Frauen als Männer ihre Arbeitszeit ausweiten. So sei der Anteil unterbeschäftigter Frauen mit 17 Prozent fast doppelt so hoch wie bei Männern – von ihnen arbeiten den Angaben zufolge nur neun Prozent weniger als gewünscht.

„Unterschiedliche Arbeitszeiten sind einer der Hauptgründe für die unterschiedlichen Erwerbseinkommen von Männern und Frauen“, erklärte der Vorstand der Bertelsmann-Stiftung, Jörg Dräger. „Unsere Analysen zeigen: Das Potenzial für die Angleichung von Arbeitszeiten ist da. Und es ist auch gesellschaftlich geboten.“ Insbesondere Müttern fällt es der Studie zufolge schwer, ihre Arbeitszeitwünsche zu realisieren. Dies sei vor allem auf den Mangel an Betreuungsmöglichkeiten oder die zu hohen Kosten dafür zurückzuführen. Auf die Arbeitszeitwünsche von Männern hat die Betreuungssituation so gut wie keinen Einfluss. Dies deute darauf hin, dass die traditionelle Rollenaufteilung noch dominiere. AFP