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Versicherung fürs E-Auto

IN DER DISKUSSION - Brauchen Stromer tatsächlich einen Extraschutz?

E-Auto an der Ladestation FOTO: MZ-ARCHIV/HENDRIK SCHMIDT/ZB/DPA
E-Auto an der Ladestation FOTO: MZ-ARCHIV/HENDRIK SCHMIDT/ZB/DPA
Wer sein Auto versichern will, hat die Qual der Wahl auf der Jagd nach dem besten Tarif. Über 90 Kfz-Versicherer gibt es in Deutschland. Wer ein Elektroauto fährt, hat es noch schwerer, zumindest wenn es neben der Kfz-Haftpflichtversicherung noch eine Vollkasko-Versicherung speziell für E-Autos sein soll. Was tun?

„Es gibt Versicherer, die haben besondere Pakete für E-Autos im Programm“, sagt Kurt Sigl vom Bundesverband Elektromobilität (BEM). Gleichwohl halte er diese besonderen Policen für nicht erforderlich. „In der Regel wird da die Batterie besonders versichert, diesen Schutz aber haben Kunden bereits über die Garantie des Herstellers, das sind meist sechs bis acht Jahre beziehungsweise 160 000 bis 180 000 Kilometer“, so Sigl. Sinnvoller sei es, etwa eine Anschluss-Garantieversicherung abzuschließen, um so das Herzstück des Autos, den Akku, noch längerfristig abzusichern.

Verbraucherzentrale sieht Vorteile

Die Verbraucherzentrale Hamburg hingegen sieht durchaus Vorteile im Abschluss einer speziellen E-Auto-Versicherung: „Wichtig ist eine Allgefahrendeckung für die Batterie, die beispielsweise auch Bedienfehler oder einen Akkubrand einschließt“, sagt Kerstin Becker-Eiselen. Auch sollte die Versicherung Schäden am Fahrzeug abdecken, die beim Abschleppen eines E-Autos entstehen können, denn das ist bei einem Stromer nicht so einfach wie bei einem Verbrennerfahrzeug.

Gut und sinnvoll sei, so die Verbraucherschützerin, wenn alle Versicherer ihre Bedingungen auf die Besonderheiten von E-Autos ausweiten würden. Denn viele E-Autokunden wüssten nicht, dass ihre alte Versicherung gar nicht für ein Stromauto ausgelegt sei.

Tatsächlich jedoch berücksichtigen viele Kfz-Versicherer E-Autos bislang gar nicht extra. „In sehr vielen Bedingungen tauchen Begriffe wie Akku oder Hochvolttechnik gar nicht auf“, sagt der unabhängige E-Auto-Versicherungsmakler Peter Bieger. Wenn jedoch der Akku beispielsweise aufgrund einer Beschädigung am Unterboden getauscht werden müsse, greife die Herstellergarantie nicht. Ob und wie viel der Kosten dann die Vollkaskoversicherung übernehme, bleibe bei vielen Anbietern unklar, so Bieger. Auch Kurzschlussfolgeschäden an der Verkabelung und angrenzenden Aggregaten seien oft nur unzureichend abgedeckt.

Der Grund, warum E-Autos bei vielen Anbietern nicht gesondert versichert werden können, liegt nach Ansicht des BEM vor allem in der bisher geringen Anzahl der Fahrzeuge. „Aktuell sind rund 85 000 reine E-Autos auf den Straßen unterwegs. Viele Versicherer sind erst noch dabei, Daten zu Elektrofahrzeugen zu sammeln“, meint Sigl. DPA
  

Sparen für Stromfahrer

Neben der Befreiung von der Kfz-Steuer für fünf Jahre fördert der Bund den Kauf von E-Autos weiterhin mit 4000 Euro. Zusätzlich lohne es sich, so der Bundesverband Elektromobilität (BEM), bei den Landesregierungen nach weiteren Zuschüssen zu fragen. „Viele Bundesländer haben inzwischen E-Auto-Agenturen eingerichtet, die über regionale Fördertöpfe Bescheid wissen“, sagt Frank Müller vom BEM. So gebe es beispielsweise viele Stadtwerke, die den Kauf eines E-Autos bezuschussen oder spezielle Autostromtarife anbieten. Daneben steigt bundesweit die Zahl kostenloser Stromtankstellen im Einzelhandel, wie bei Kaufland, Aldi, Lidl, Edeka und Ikea.
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