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Wohnwelten

Ton-in-Ton statt Kontraste

Neuer Farbstil in der Einrichtung – gesehen auf der Möbelmesse IMM im Januar 2020

Designer nutzen eine Farbfamilie: Das kieselgraue Sofa mit integrierter Ablagefläche kombiniert der Hersteller Rolf Benz mit dunkelgrauen Kissen. FOTO: FRANZISKA GABBERT/DPA-TMN
Designer nutzen eine Farbfamilie: Das kieselgraue Sofa mit integrierter Ablagefläche kombiniert der Hersteller Rolf Benz mit dunkelgrauen Kissen. FOTO: FRANZISKA GABBERT/DPA-TMN
Nicht alles, was man auf Möbelmessen sieht, findet sich später im Wohnzimmer wieder. Doch was im Januar 2020 auf der Internationalen Möbelmesse (IMM) in Köln zu sehen war, wird nun langsam zum Trend – vor allem, was Farbkombinationen in der Einrichtung angeht.

Schwarz auf Weiß oder Blau neben Gelb sah man kaum noch: Die Zeiten der knalligen Farbkontraste in der Einrichtung scheinen vorbei zu sein – das ist auf der Möbelmesse IMM aufgefallen. „Zwar standen an den Ständen auch oft einige Produkte in mehreren Farben nebeneinander, aber davon auszugehen, die Messe war bunt, ist falsch“, sagt Trendanalyst Frank A. Reinhardt.

In den Wohnräumen, die auf der Messe als Beispiele inszeniert wurden, zeigte sich dann das eigentliche Bild – das neue Bild: Hier nutzten die Designer nur eine Farbe oder eine Farbfamilie. Da stand zum Beispiel beim Hersteller Rolf Benz ein sanftgraues Sofas vor einer grau-melierten Wand, und auf ihr lagen dunkelgraue Kissen. Und die Firma Schramm richtete ein ganzes Schlafzimmerin gut aufeinander abgestimmten Grau- und Beigetönen ein. Ton-in-Ton, das ist die neue Farbregel, erklärt Trendanalyst Reinhardt.

Grau und Erdtöne statt strahlende Farben
    
Großes Bild: Ein Ton-in-Ton gehaltenes Arrangement von Softline mit korallrotem Sessel, orangen Kissen und Hockern in tiefem Rot und dunklem Rostrot. Kleines Bild: Der gleiche Hersteller legt ein sonnengelbes Kissen auf ein nur minimal abschattiertes gelbes Sofa. FOTOS: FRANZISKA GABBERT/DPA-TMN
Großes Bild: Ein Ton-in-Ton gehaltenes Arrangement von Softline mit korallrotem Sessel, orangen Kissen und Hockern in tiefem Rot und dunklem Rostrot. Kleines Bild: Der gleiche Hersteller legt ein sonnengelbes Kissen auf ein nur minimal abschattiertes gelbes Sofa.
FOTOS: FRANZISKA GABBERT/DPA-TMN
Gemeinsam mit dem erwähnten Grau sind es vor allem die dezenten, natürlichen Farben, die man jetzt sieht. Häufig sind es erdige Töne wie Braun, Ocker und Beige. Aber es geht auch farbiger: So legte Softline etwa sonnengelbe Kissen auf ein nur minimal abschattiertes gelbes Sofa. Und auf einem korallroten Sessel lagen orangene Kissen, sie wurden begleitet von Hockern in tiefem Rot und dunklem Rostrot.

Ist eine einzige Farbe im Wohnraum nicht langweilig? Keineswegs – die leichten Nuancen bringen Spannung in die Optik. Manche Firma ging sogar noch weiter: Vetsak legte für sein Sofa den Fokus auf einen einzigen Farbton. Aber da einzelne Elemente wie Kissen und die Polsterung eigene Stoffe trugen, deren Texturen sich unterschieden, wirkte der Farbton doch immer etwas anders.

Ton-in-Ton-Kombinationen wirken beruhigend

Der konsequenteste Ansatz kommt von Colornetwork, einer neuen Design-Plattform. Es setzt im Grunde auf nur noch eine einzigen Farbton. Denn es ist ja so: Ton-in-Ton-Kombinationen sind ja meist eine Sammlung von verschiedenen Schattierungen. Wo findet man schon ein- und denselben Farbton an verschiedenen Produkten? Das möchte Colornetwork ändern.

Es wählt künftig jedes Jahr eine neue Farbe aus. Kooperierende Hersteller erhalten ein Muster und können darauf abgestimmt Einrichtungsgegenstände produzieren. So finden letztlich Verbraucher im Handel Sofas, Tische, Regale, Teppiche, die farblich exakt zueinander passen, und können damit einen ganzen Raum einheitlich gestalten. Die erste Farbe ist ein dunkler Braunton mit dem Namen „be rooted“. Ein Klassiker statt einer Farbneuheit – aus gutem Grund: „Wir kaufen nicht alle ständig neue Möbel, sondern es geht darum, langfristige Lösungen zu finden“, erklärt die Designerin Kathrin de Lauw von Trendfilter, die die Plattform initiiert hat. Sie ist ein wirklicher Fan der Ton-in-Ton-Kombinationen, denn sie beruhigen das Auge, sagt de Lauw. Gerade kleine Wohnräume werden gerne vollgestellt und wirken dann chaotischer. Da helfe es zum Beispiel, wenn das Sideboard vor einer Wand im selben Ton steht – das Auge nimmt diesen Fleck als Ruhepol war. Isabelle Modler/dpa
    
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