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Danny Bieräugel FOTO: IHK

Halle/Saalekreis
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Spürbare Erholung der regionalen Wirtschaft im dritten Quartal

Konjunktur: Der Geschäftsklimaindex legt laut IHK-Umfrage weiter zu und steigt wieder über die Nulllinie.

29.12.2020

Nach dem Corona-Schock im Frühjahr melden die Unternehmen im Süden Sachsen-Anhalts spürbare Zeichen der Erholung. Das zeigt die letzte Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) zum dritten Quartal 2020. Der Geschäftsklimaindex, in den die Einschätzungen der Firmen zu Lage und Perspektiven zu gleichen Teilen eingehen, legt weiter zu und steigt wieder über die Nulllinie: Die IHK registriert also insgesamt mehr positive als negative Stimmen. Insbesondere die regionale Industrie meldet bessere Geschäfte als zuvor.

„Die Krise ist zwar keineswegs abgehakt“, analysiert IHK-Konjunkturexperte Danny Bieräugel, „aber der überwiegende Teil der Unternehmen hat die größten Schwierigkeiten – wenn auch mit schmerzhaften Einbußen – überwinden können.“ Die Erholung verlaufe zwar langsam, aber in erfreulicher Breite. Außer im Verkehrsgewerbe läge der Indexwert des Geschäftsklimas aktuell in allen Branchengruppen oberhalb der Nulllinie. „Allerdings bleiben jene Unternehmen deutlich pessimistisch, die weiterhin von Einschränkungen oder Kundenzurückhaltung betroffen sind.“ Bieräugel nennt die Veranstaltungsbranche sowie teilweise die Gastronomie und den Handel als Beispiele.

IHK-Hauptgeschäftsführer Prof. Dr. Thomas Brockmeier mahnt deshalb mehr Augenmaß bei der Wirtschaftspolitik in Bund und Land an: „Es ist widersinnig, das zarte Pflänzchen Konjunktur erst teuer zu päppeln, um dann anschließend draufzutreten.“ Brockmeier wandte sich gegen aktuelle gesetzgeberische Vorhaben, mit denen Unternehmen auch unverschuldet in Haftung für Fehltritte von Mitarbeitern oder Lieferanten genommen werden sollen. „Auch ein ,Recht auf Homeoffice’ ist unnötig und lebensfremd. Ein Belastungsmoratorium wird gebraucht!“, fordert er. Die Ergebnisse des IHK-Konjunkturberichtes im Einzelnen: Die Industrie fasst wieder Tritt. Der Geschäftsklimaindex steigt deutlich an und liegt mit 3,6 Punkten jetzt wieder im positiven Bereich, nach -0,4 Punkten im Vorquartal. Damit überwindet die Branche die Zurückhaltung aus dem Sommer und trägt ein gutes Stück zur Gesamterholung bei. Die Industrieunternehmen melden eine deutlich bessere Gewinn- und Umsatzlage.

Im Baugewerbe ist die Lage noch gut, der Ausblick aber skeptisch. Der Geschäftsklimaindex bleibt mit 11,8 Punkten konstant. Nach wie vor wirkt sich die Krise kaum auf die Bauunternehmen aus. Zwar sind Gewinne, Auftragseingänge und Umsätze erneut per Saldo zurückgegangen. Angesichts eines soliden Auftragspolsters besteht aber bisher wenig Anlass zur Sorge. Die Erwartungen dagegen sind weiterhin erstaunlich pessimistisch.

In der Dienstleistungswirtschaft ist die konjunkturelle Entwicklung aktuell gespalten. Insgesamt gesehen erholt sich die Branche weiterhin vom Corona-Schock im Frühjahr. Mit 3,4 Punkten klettert der Geschäftsklimaindex wieder über die Nulllinie, Lage und Erwartungen werden leicht besser eingeschätzt als noch im Sommer. Allerdings können nicht alle Unternehmen gleichermaßen profitieren: Während die Unternehmensdienstleister vielfach wieder unbeschränkt tätig werden können, sind die Anbieter personenbezogener Dienstleistungen weiterhin eingeschränkt.

Im Handel stehen die Zeichen weiter auf Entspannung. Der Indexwert für das Geschäftsklima steigt auf 1,2 Punkte. Die Lage verbessert sich – rund ein Fünftel der Händler beurteilen sie aktuell noch als schlecht. Angesichts von Beschränkungen und Kaufzurückhaltung bleibt die Umsatzlage aber angespannt. Die Erwartungen hellen sich auf, allerdings nicht bei allen Unternehmen.

Das Verkehrsgewerbe bewegt sich im Schritttempo aus dem sprichwörtlichen Tunnel. Aktuell verbessert sich nun auch hier der Geschäftsklimaindex, bleibt allerdings negativ: -13,3 Punkte. Sowohl die Lage als auch die Perspektive wird überwiegend kritisch eingeschätzt. Der Großteil der Unternehmen erwartet nur eine langsame Rückkehr zur Normalität und rechnet erst im Jahr 2021 oder später damit, das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen. IHK


Mit originellen Filmen für 2021 werben

GIRLS’- UND BOYS’DAY: Kurzfilme im Wettbewerb

Wegen Corona-Pandemie und Eindämmung sind in diesem Jahr eine Vielzahl von Initiativen zur Berufsorientierung weggebrochen. Schulen waren monatelang geschlossen und Ausbildungs- oder Berufsmessen konnten nicht stattfinden. Auch der bundesweite Girls’- und Boys’-Day – auf Deutsch „Zukunftstag“ – ist erst wieder für kommendes Jahr geplant. Am 22. April 2021 können Schülerinnen und Schüler dann in vermeintlich geschlechtsuntypische Berufe hineinschnuppern. Die Industrie- und Handelskammern Halle-Dessau und Magdeburg (IHKn) wollen die Frage, wie Klischees überwunden werden können, schon jetzt in die Schulen bringen. Deshalb schrieben sie gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt einen Wettbewerb aus und stifteten insgesamt 1000 Euro für kreative Kurzfilme.

Schulklassen aus ganz Sachsen-Anhalt waren aufgerufen, mit originellen Kurzfilmen zum Thema „Berufsentdeckungen am Zukunftstag“ überholte Klischees und Vorurteile auszuräumen. Ziel der Aktion ist es, mit diesen Beiträgen für den nächsten Zukunftstag zu werben und Schülerinnen und Schüler für eine Teilnahme zu motivieren.

Mitmachen konnten bis zum Einsendeschluss am 30. November alle sachsen-anhaltischen Schulklassen der Klassenstufen 5 bis 10 mit jeweils einer Einsendung. Die Preisgelder sind nicht zweckgebunden und können zum Beispiel für eine Klassenfahrt genutzt werden. IHK