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Gute Jobs in der Heimat

Die Heimat ruft

RÜCKKEHRERTAG - Verbände, Kammern und Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte.

Die Organisatoren des Rückkehrertags hoffen am 27. Dezember wieder auf einen großen Besucherzustrom (wie hier im Foto von 2016 in Bitterfeld im Metalllabor). FOTO: MZ-ARCHIV/KEHRER
Die Organisatoren des Rückkehrertags hoffen am 27. Dezember wieder auf einen großen Besucherzustrom (wie hier im Foto von 2016 in Bitterfeld im Metalllabor). FOTO: MZ-ARCHIV/KEHRER
In den neunziger Jahren und auch später haben viele Frauen und Männer, meist waren es gerade die jüngeren, die hochmotivierten und ehrgeizigen, dem Land Sachsen-Anhalt den Rücken gekehrt. Daheim gab es zu wenige Jobs für viele Berufsgruppen oder sie waren nicht gut bezahlt. Mitunter waren es auch die Aufstiegs- und Qualifizierungsaussichten, die für die Betroffenen alles andere als verheißungsvoll waren. Nichts wie weg, lautete die Devise für manch gut qualifizierte Mitarbeiter.

Nun macht sich der Demografiewandel gleich mehrfach bemerkbar. Die Alten treten jetzt und demnächst vermehrt in den Ruhestand, viele der gut qualifizierten Arbeitskräfte sind bereits weg und auch junger Nachwuchs ist in vielen Branchen kaum in Sicht. Dabei werden Mitarbeiter überall händeringend gesucht. Erinnert sei an die Joboffensiven von Bund und Ländern, soundso viele Tausend Pflegekräfte einzustellen, soundso viele Tausend neue Polizistenstellen zu schaffen, ganz zu schweigen von den Installateuren, Dachdeckern, Köchen, Schweißern, Elektroingenieuren und und und. Nicht zuletzt Hausärzte und die Hebammen – an denen fehlt es auch.

Rettung aus der demografischen Falle scheint derzeit nur aus der Fremde möglich. Einige Verbände und Kommunen schreiten voran: Krankenschwestern werden aus Indonesien zur Ausbildung nach Deutschland geholt, künftige Altenpflegerinnen aus Vietnam.

27. Dezember ist festes Veranstaltungsdatum

In unseren Breiten haben die Arbeitsagenturen in Zusammenarbeit mit Kammern, Wirtschaftsförderern und regionalen Unternehmen den „Rückkehrertag“ etabliert. Als einer der ersten Wegbereiter trat die Agentur für Arbeit Dessau-Roßlau-Wittenberg und die Entwicklungs- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft Bitterfeld-Wolfen auf den Plan und rief im Jahr 2016 den sogenannten Rückkehrertag ins Leben.

Am 27. Dezember jedes Jahres wird eine Plattform für regionale Unternehmen mit konkreten Stellenangeboten geschaffen, um möglichst viele potenzielle Bewerber vom Wirtschafts- und Lebensstandort Anhalt-Bitterfeld zu überzeugen. Viele der damals Abgewanderten wurden an zwei Standorten in Bitterfeld-Wolfen und in Zerbst/Anhalt über die beruflichen Chancen bei regionalen Unternehmen im Landkreis informiert.

Die Resonanz auf die Premierenveranstaltung war sehr positiv. Eine jährliche Fortsetzung fand seitdem statt. Auch in anderen Städten haben sich Rückkehrertage und Rückkehrermessen etabliert in der Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn viele Abgewanderte die Feiertage in der alten Heimat Sachsen-Anhalt verbringen – so zum Beispiel in Bernburg, Naumburg und Lutherstadt Wittenberg.

Neben konkreten Jobangeboten bieten diese Messen auch Informationen rund um die Themen Wohnen, Kinderbetreuung, Finanzierung und viele mehr.

„Fachkraft im Fokus“ als erster Ansprechpartner

LANDESINITIATIVE - Fünf regionale Beratungsstellen stehen zur Verfügung.

Ohne Fachkräfte würde der Arbeitsmarkt zusammenstürzen wie dieser symbolische Turm. Deshalb hat das Land Sachsen-Anhalt für die Fachkräftesicherung im Verbund mit Partnern die Initiative „Fachkraft im Fokus“ ins Leben gerufen. FOTO: MZ-ARCHIV/DPA
Ohne Fachkräfte würde der Arbeitsmarkt zusammenstürzen wie dieser symbolische Turm. Deshalb hat das Land Sachsen-Anhalt für die Fachkräftesicherung im Verbund mit Partnern die Initiative „Fachkraft im Fokus“ ins Leben gerufen. FOTO: MZ-ARCHIV/DPA
Mit ihren fünf Regionalberatungsstellen ist die Landesinitiative „Fachkraft im Fokus“ der erste Ansprechpartner für Fachkräftesicherung in Sachsen-Anhalt. Beraten werden Unternehmen, Fachkräfte und neu Zugewanderte, für die die Initiative gemeinsam mit ihren Netzwerkpartnern ein umgreifendes Beratungsangebot bereithält.

Sachsen-Anhalt steht vor der Herausforderung, den Folgen des demografischen Wandels entgegenzuwirken und sich als attraktiver Lebens- und Arbeitsort zu präsentieren. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen beklagen den Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften, die eine wesentliche Grundlage für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bilden. „Fachkraft im Fokus“ hilft, indem es Fachkräfte und Unternehmen zusammen bringt, sie zu Förderprogrammen berät und damit Weiterbildungen attraktiver gestaltet.

Die Landesinitiative „Fachkraft im Fokus“ wird von der Förderservice GmbH der Investitionsbank Sachsen-Anhalt in Kooperation mit der isw Institut für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung gGmbH und der MA&T GmbH umgesetzt. Die Landesinitiative Fachkraft im Fokus des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration ist im Internet zu erreichen unter der Adresse: www.fachkraft-im-fokus.de

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