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Gute Jobs in der Heimat - Wittenberg, Gräfenhainichen, Jessen

Rückkehr nach Mitteldeutschland

ARBEITSMARKT: Spezielle Informations- und Kontaktangebote für Rückkehrwillige

Zur Anwerbung von Fachkräften gibt es auch tatkräftige Unterstützung der beiden Industrie- und Handelskammern. FOTO: DPA
Zur Anwerbung von Fachkräften gibt es auch tatkräftige Unterstützung der beiden Industrie- und Handelskammern. FOTO: DPA
Wenn man Kinder hat, bekommt man für alles einen neuen Blick“, weiß Teresa Zapf. Die 29-Jährige, die gerade in Elternzeit ist, hat lange Zeit in Niedersachsen gearbeitet. Im Qualitätsmanagement der Lebensmittelindustrie. Ein Job, der ihr Spaß gemacht hat. Keine Frage. Doch nun will sie - durch ihr Kind - wieder zurück. Nach Bernburg, in die Heimat ihres Mannes.

„Hier ist es ruhiger. Hier hat man die Familie im Haus“, nennt sie die Vorteile. Die Rückkehrermesse der Bernburger Agentur für Arbeit, die Ende vorigen Jahres zum ersten Mal in Staßfurt stattfand, kam ihr da gerade recht.

Hilfe bei der Jobsuche

Bestens vorbereitet, mit der Bewerbungsmappe in der Hand, besuchte Tanja wie viele andere junge Leute an diesem Tag, die verschiedenen Stände, berichtet von ihren Qualifikationen und vereinbart Termine, unter anderem am Welcome-Center Sachsen-Anhalt.

Die Initiative des Landes berät Fachkräfte bei der Arbeitssuche sowie kleine und mittlere Unternehmen, die Arbeitskräfte brauchen. „Wir laden die Leute zu einem persönlichen Gespräch ein, schauen, wie wir sie unterstützen können, damit sie in Sachsen-Anhalt wieder Arbeit finden“, erklärte Regionalberaterin Henriette Freikamp, die sich während der Messe die Kontaktdaten vieler potenzieller Rückkehrer notierte. „Gründe fürs Zurückkommen gibt es viele“, sagt die Beraterin.

„Wenn die Leute nicht mehr pendeln wollen oder Beruf und Familie unter einen Hut bringen müssen“, nennt sie als Beispiele. Die Elternzeit, wie bei Teresa Zapf, spiele dabei oft eine Rolle. Mit Kind im alten Betrieb weiterzuarbeiten, das sei meist ein Problem.

„Oft suchen die Leute auch eine neue Herausforderung, weil sie sich langweilen. Oder sie sind überfordert. Zu viele Schichten. Zu viele Wochenenddienste“, zählt Freikamp weiter auf. Die Landesinitiative „Fachkraft im Fokus“ versucht hier, die richtigen Arbeitgeber in der Heimat zu finden.

Auch Messen wie die in Staßfurt oder anderen Städten Mitteldeutschlands können dabei helfen. „Die Region hat wieder eine starke Industrie, und die sucht Leute“, weiß Holger Naumann. Der Chef der Wirtschaftsförderung des Salzlandkreises war neben Anja Huth, der Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bernburg, einer der Organisatoren der Veranstaltung im Dezember 2017.

Gewinn an Lebensqualität

Dafür hatten sie 15 Firmen gewonnen, die sich an den Messeständen präsentierten. Noch nicht flächendeckend, aber das komme noch. „Der einen oder anderen Firma ging das hier vielleicht ein bisschen schnell, aber wir haben schon Zusagen für das nächste Jahr“, weiß Naumann. Diese erste Messe sei ja nur ein Probelauf gewesen. „In diesem Jahr legen wir eine Schippe drauf“, verspricht Anja Huth und freut sich über den ersten Erfolg. Fachkräfte nach Hause zu holen, sei nämlich nicht nur für die Betriebe wichtig. Auch für die Menschen selbst. „Es ist ja ein Gewinn an Lebensqualität und Zeit, wenn man nicht mehr pendeln muss-und das ist unbezahlbar.“

Das findet auch Landrat Markus Bauer (SPD), der als Schirmherr der Veranstaltung fungierte. „Wenn die Jugend hier ist und nicht mehr auf der Autobahn, hat sie mehr Zeit.“ Das komme auch dem Lebensumfeld, etwa Vereinen zugute, die händeringend Nachwuchs suchen, so Bauer. Es sei für die Region wichtig, dass hier junge Familien leben. Und die Firmen brauchen gute, motivierte Mitarbeiter. „Das geht nicht per Fingerschnips“, meint der Landrat. Er setzt auf Gespräche wie bei der Messe. „Deshalb wollen wir bieten, was man als Verwaltung bieten kann - und das ist das Vernetzen.“ Regine Lotzmann

Willkommen in Sachsen-Anhalt

FACHKRÄFTE: Neue Wege finden

Das Welcome-Center Sachsen-Anhalt berät Menschen, die wegen eines Arbeitsplatzes zurück ins Land kommen wollen. Insbesondere liegt der Fokus auf der Unterstützung junger Familien. Die Beratung erfolgt rund um die Themen Arbeiten, Familien, Freizeit und Leben in Sachsen-Anhalt. Auch bei Kontakten zu Behörden, Institutionen und Wohnungsunternehmen in den jeweiligen Regionen wird geholfen.

Im Landkreis Mansfeld-Südharz und der Stadt Dessau-Roßlau wird unter dem Namen „Darlehensprogramm - Sachsen-Anhalt Zukunft“ modellhaft ein zinsloses Darlehen angeboten. Das können junge Familien in Anspruch nehmen, etwa zur Entlastung bei Umzugskosten. Die Voraussetzungen für das Darlehen, das bis zu 25 000 Euro betragen kann, sind der Zuzug der Familie mit mindestens einem Kind, der nachgewiesene neue Wohnsitz der Familie in der Modellregion sowie ein Arbeitsvertrag in Sachsen-Anhalt mit einer Laufzeit von mindestens zwei Jahren ab Antragstellung.

Das Programm „Sachsen-Anhalt Weiterbildung direkt“ fördert Aufstiegsperspektiven. Besonders unterstützt werden Ältere, Geringverdienende, Alleinerziehende und Behinderte. Finanziell bezuschusst werden die Weiterbildung bis zu vier Jahren mit bis zu 90 Prozent. Die Mittel kommen aus dem Europäischen Sozialfonds. Geld steht zudem für Zusatzqualifikationen bereit. Mehr unter
www.welcomecenter-sachsen-anhalt.dewww.fachkraft-im-fokus.de
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