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Sportlerwahl 2019

Rudern können junge Damen richtig gut

Fünf Sportlerinnen überzeugen im Boot, werden Deutsche Meister und mehrfache Landesmeister: Der Doppelvierer der Altersklasse 13 aus Weißenfels ist nominiert in der Kategorie „Nachwuchs-Mannschaft“.

Haben nicht nur im Doppelvierer 2019 große Erfolge errungen: die Weißenfelser Ruder-Mädchen. FOTO: PETER LISKER
Haben nicht nur im Doppelvierer 2019 große Erfolge errungen: die Weißenfelser Ruder-Mädchen. FOTO: PETER LISKER
Deutsche Meister im Doppelvierer, mehrfache Landesmeister im Doppelvierer, Doppelzweier, Mix-Vierer und Einer und dann auch noch Siege auf regionalen Regatten - „Mehr kann man in dieser Altersklasse nicht erreichen“, sagt Dagmar Ritter. Sie ist die Verantwortliche für die sportliche Ausbildung der Jugend des Weißenfelser Rudervereins und schaut dabei auf Jasmin Benz aus Gerstewitz, Xenia Hoffmann aus Obschütz, Nina Ohl aus Tagewerben, Thea Zinke aus Weißenfels und Steuerfrau Ronja Zirkenbach aus Zorbau. Diese fünf jungen Damen heimsten die von Dagmar Ritter genannten Erfolge für ihren Verein ein.

Ganzheitlicher Sport

Die 13-Jährigen feierten die Erfolge im vergangenen Jahr und sind deshalb für die Sportlerwahl in der Kategorie „Nachwuchs-Mannschaft“ nominiert worden. Dagmar Ritter ist überzeugt davon, dass die jungen Damen diesen Sieg ebenfalls verdient hätten. Für ihre sportlichen Erfolge investierten sie nämlich viel Zeit und jede Menge Ehrgeiz. Drei Mal in der Woche kommen sie zum Training in das Vereinshaus in Weißenfels am Bootshaus an der Saale. Insgesamt kommen so sechs Stunden pro Woche zusammen, in denen die Mannschaft trainiert. Dagmar Ritter macht klar, dass es nicht nur darum gehe, die Oberarme zu trainieren. „Rudern ist ein ganzheitlicher Sport. Dabei geht es um Beine, Rumpf, Rücken und Arme. Und auch das reicht bei Weitem nicht aus. Denn die Mannschaft muss harmonieren“, macht sie klar. Das heißt, die erste Sportlerin im Boot muss ganz genau wissen beziehungsweise spüren, was die Teamkollegen machen - und das, ohne sich dafür extra umzusehen. Sie müssen als Einheit funktionieren, und nur so sind sie stark.

Trainingslager in Ferien

Bei den Weißenfelserinnen ist das Thea Zinke, die als erste im Boot auf dem Rollsitz die Schlagfrequenz vorgibt. Diese wird dann von den anderen Insassen synchron ausgeführt. Das muss alles stimmen, um die bestmögliche Leistung mit dem Boot herauszuholen. Für das Steuern ist Ronja Zirkenbach verantwortlich. Das Zusammenspiel aller muss passen. Bei den jungen Damen hat das offenbar funktioniert, sonst wären sie nicht so erfolgreich auf dem Wasser unterwegs gewesen.

Trainiert wird übrigens nicht nur auf der Saale, die unmittelbar am Vereinshaus entlangfließt. „Wir fahren in den Ferien auch noch in Trainingslager, beispielsweise nach Zschornewitz bei Wittenberg oder nach Berlin“, sagt Dagmar Ritter. Dort gebe es Seen, auf denen die Trainingsbedingungen besser seien als auf der Saale.

Denn dieser Fluss ist bekanntlich sehr kurvig, was beim Langstreckentraining nicht ganz optimal sei. Aber dennoch lobt sie das Gewässer und schwärmt von der schönen Natur rund um Weißenfels. Das sei auch ein Fakt, warum der Rudersport schön sei, sagt die Jugendverantwortliche des Vereins. So oft es gehe, werde draußen trainiert. Spielt das Wetter gar nicht mit, finden die Trainingseinheiten im Athletikraum statt, über den der Verein zudem noch verfügt. Insgesamt sind es 200 Mitglieder, die dem Ruderverein angehören.

Neue Mitglieder

Nachwuchssorgen gebe es nicht, neue Mitglieder seien trotzdem immer gerne gesehen. Vielleicht befinden sich weitere Talente darunter, sagt Dagmar Ritter. Das Einstiegsalter liege bei zehn Jahren. Ab da könne der Nachwuchs optimal gefördert werden. Sie wirbt gerne für den Rudersport. Er sei für jeden geeignet, denn es sei ein ganzheitlicher Sport. Außerdem könne er als Mannschaft ausgeübt werden, aber ein Ruderer habe trotzdem die Möglichkeit, für sich alleine Erfolge einzuholen, wenn er beispielsweise im Einer antrete, sagt sie.

Für die fünf erfolgreichen jungen Damen wünscht sie dasselbe für das aktuelle Sportjahr, in dem sie in der Altersklasse 14 antreten werden. Dagmar Ritter hofft, dass die Mädchen weiterhin das Rudern als ihre Leidenschaft ausüben werden, als Mannschaft noch mehr zusammenwachsen und ihren sportlichen Weg weiter so beschreiten, wie sie es im vergangenen Jahr getan haben. Dennoch weiß sie: „Mehr kann man in dieser Altersklasse eigentlich nicht erreichen.“

Jubel auch im Lichthof?

Daher hofft der Verein, dass viele Menschen für die Ruderinnen stimmen und sie auf der Bühne im Lichthof der Freyburger Sektkellerei ihren nächsten Sieg feiern können: den der beliebtesten Nachwuchs- Mannschaft des Burgenlandkreises. AHR
  

Die Sieger der Vorjahre

Nachwuchs-Einzel,

2014:
1. Tim Apolle (Billroda/Motorsport),
2. Mandy Kühn (LG Rudelsburg Bad Kösen/Leichtathletik),
3. Dominic Bösel (Freyburg/ Boxen),
4. Christian Kramer (Göthewitz/Triathlon),
5. Horst Ruska (TTV Taucha/Tischtennis)

2015:
1. D. Bösel (Freyburg/Boxen),
2. Jaschar Salmanow (KSG „Jodan Kamae“ Zeitz/Ju-Jutsu),
3. Kenny Dober (HC Burgenland/ Handball),
4. Helmut Wiegand (VSG Weißenfels/Badminton),
5. Sandy Trautmann (Weißenfels/Radsport)

2016:
1. Heidrun Hauser (VSG Weißenfels/Badminton),
2. T. Apolle (Billroda/ Motorsport),
3. D. Bösel (Freyburg/Boxen),
4. HeinrichMunter (LG Rudelsburg/Leichtathletik),
5. Oliver Romahn (Zeitz/Radsport)

2017:
1. Maria Franke (Zeitz/Motorsport),
2. Timo Trummer (KV Zeitz/Kanuslalom),
3. H. Wiegand (VSG Weißenfels/Badminton),
4. Tim Nagel (KSV Lossa/Kegeln),
5. Mario Meißner (Lützen/ Schießen)

2018:
1. D. Bösel (Freyburg/Boxen),
2. Juliane Dietrich (RFV Zeitz-Bergisdorf/Pferdesport),
3. T. Apolle (Billroda/Motorsport),
4. Marcel Glaser (E. Naumburg/Leichtathletik),
5. Friederike Pfeffer (Bad Kösen/Kegeln)
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