Quedlinburg
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Potenzial für die heimische Wirtschaft

Mobilität: Beruflich ins Umland pendeln, ist für viele Menschen hierzulande ganz normal

Viele Berufspendler in der Region nutzen die guten Verkehranbindungen wie die A36 für den Weg zu ihren Arbeitsstätten zum Beispiel im Westharz oder auch im Raum Halle. FOTO: ARCHIV/GEHRMANN

7.04.2021

Der überwiegende Teil der Berufspendler bleibt im Tagespendelbereich und fährt zur Arbeit meist in einen benachbarten Landkreis. Mit über 37 Prozent pendeln die meisten Menschen nach Niedersachsen. Regionale Pendlerbewegungen wird es immer geben. Beschäftigte nehmen die Fahrstrecken z. T. schon seit Jahren auf sich. Dabei spielen Arbeitsplätze und deren Entlohnung eine wichtige Rolle.

Potenzial für Harzer Unternehmen könnte durchaus bei den sogenannten Wochenendpendlern entstehen. Sie haben ihren Lebensmittelpunkt in der Heimat und sind durchaus bereits, zurückzukommen, sofern die Rahmenbedingungen passen. Zu den Rückkehrgründen zählen neben der Entlohnung auch familienfreundliche Beschäftigungsmodelle und Weiterbildungsangebote für die Mitarbeitenden.

Von den 82.698 im Landkreis Harz lebenden sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten verlassen täglich 21.755 Männer und Frauen (Stand 30.06.2020) oder 26 Prozent die Region für ihren Job. Allein 3.677 bzw. 17 Prozent der Auspendler fahren dafür in den Landkreis Goslar. Wie die Beschäftigtenzahlen insgesamt, war auch die Zahl der Auspendler zum Jahr 2019 rückläufig (- 1,5 Prozent).

Auspendlerzahl konstant hoch

Hauptziel der meisten Auspendler ist das benachbarte Bundesland Niedersachsen. Auf Platz eins der Pendlerziele liegt weiterhin der Landkreis Goslar. Auf den weiteren Plätzen folgen der Salzlandkreis (2.654 Beschäftigte) und die Landeshauptstadt Magdeburg (1.673). Weitere Zielorte, der Auspendler sind die Stadt Braunschweig, die Börde, die Region Wolfenbüttel, die Stadt Salzgitter, der Landkreis Mansfeld-Südharz sowie die Region Hannover und die Stadt Halle (Saale).

Fast ein Fünftel der Auspendler (4.284 Beschäftigte) sind im verarbeitenden Gewerbe tätig. Darüber hinaus haben in den Bereichen Gesundheits- und Sozialwesen (3.016 Beschäftigte) und im Handel/Instandhaltung und Reparatur von Kfz (2.799) viele Auspendler einen Job.

Zahl der Einpendler auf 9.363 Personen gesunken

Die Zahl der Einpendler, die täglich zur Arbeit in den Landkreis Harz fahren, ist im Vergleich zum Jahr 2019 gesunken. Im letzten Jahr fuhren zum Stichtag im Juni 9.363 Personen zur Arbeit in den Harzkreis, im Juni 2019 waren es noch 9.502. Damit ist jeder neunte Beschäftigte aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Landkreis ein Einpendler. Die Mehrzahl von ihnen kamen aus dem Salzlandkreis (2.121 Beschäftigte), gefolgt von der Börde (1.086) und aus der Region Mansfeld-Südharz (1.081). Die meisten sind im Verarbeitenden Gewerbe (2.126), im Verkehr und Lagerei (1.233) sowie im Gesundheits- und Sozialwesen (1.095) angestellt.

Darüber hinaus ist erkennbar, dass die Wirtschaftsbereiche bei den Pendlerbewegungen eine hohe Überschneidung aufweisen. Sowohl die Einpendler als auch die Auspendler arbeiten überwiegend im Verarbeitenden Gewerbe, sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.

Fachkräftepotenzial für heimische Wirtschaft

„Der Landkreis Harz ist attraktiv und modern. Aufgrund der Nähe zum westlichen Teil des Harzes und einer guten und ständig verbesserten Verkehrsanbindung gehört für zahlreiche Arbeitnehmer das Pendeln fest zum Leben. In unserer Region gibt es eine hohe Mobilitätsbereitschaft der Beschäftigten. Aber die Harzer Firmen brauchen gute Fachkräfte, denn diese fahren häufig zur Arbeit in andere Bundesländer bzw. angrenzende Regionen. Hinzu kommt, dass viele Pendler oftmals im Familienleben zurückstecken müssen. Um diesen Pendlern eine Beschäftigungsalternative vor Ort zu bieten, könnten attraktive Arbeitszeitmodelle oder Weiterbildungsmöglichkeiten ein guter Ansatz sein. Auch für die Umwelt wäre weniger Pendeln eine deutliche Entlastung. Wie sich das Thema Homeoffice auf die zukünftigen Entwicklungen auswirkt, bleibt abzuwarten. Eine IAB Studie zum Thema verdeutlichte, dass die Flexibilisierung des Arbeitsortes durch Homeoffice auch nach der Pandemie eine große Rolle spielen wird, und das sowohl aus Sicht der Arbeitnehmer als auch der Betriebe“, so Schittkos Fazit.

Pendlersaldo

Einpendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht am Arbeitsort wohnen. Auspendler sind sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die nicht am Wohnort arbeiten. Die Differenz aus Ein- zu Auspendlern ergibt den Pendlersaldo. AA