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Reiseziele 2020

Neue Urlaubsziele, mehr Aktivitäten

Deutsche urlaubten 2019 häufiger als 2018 – und vor allem im eigenen Land.

Traumhaft schön und gar nicht weit ist Lettland an der Ostsee – ein ideales Ziel für einen ruhigen Landurlaub. FOTOS (3): CARSTEN HEINKE
Traumhaft schön und gar nicht weit ist Lettland an der Ostsee – ein ideales Ziel für einen ruhigen Landurlaub. FOTOS (3): CARSTEN HEINKE
2019 machten die Deutschen mehr und teureren Urlaub als im Jahr zuvor. Für die meisten ist die Klimadebatte offenbar kein Grund für Reiseverzicht.

Ungeachtet der aufgeladenen Klimadebatte ist die Reiselust der Bundesbürger ungebrochen. Im vorigen Jahr urlaubten die Deutschen einer neuen Studie zufolge häufiger und teurer als 2018. Nach Berechnungen der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) stieg die Zahl der Urlaubstrips von mindestens fünf Tagen Länge im Vorjahresvergleich auf geschätzt 71 Millionen. Die Reisegesamtausgaben legten um drei Prozent auf rund 73 Milliarden Euro zu.

Gut drei Viertel der Bundesbürger hätten 2019 mindestens einen Urlaub gemacht, sagte Studienautor Martin Lohmann. Das entspreche einer konstanten Entwicklung im Vergleich zu den Vorjahren. Abseits dieser längeren Urlaubstrips habe es im vergangenen Jahr auch noch etwa 92 Millionen Kurzurlaubsreisen mit einer Dauer von zwei bis vier Tagen gegeben.

Zudem sei der Tourismus auch in Deutschland selbst gewachsen. 2019 gab es rund 495 Millionen Gästeübernachtungen. Das entspreche einem neuen Rekord und einer Steigerung um 3,6 Prozent im Vergleich zu 2018. Überwiegend habe es sich dabei um deutsche Urlauber gehandelt.

Beim Buchen spielt das Klima kaum eine Rolle

Üppigste Wachstumszahlen verzeichnet weiter die Kreuzfahrtbranche, die unter anderem wegen des massiven Einsatzes von Schweröl und entsprechend hoher Emissionswerte als besonders umweltschädlich gilt. Die Bundesbürger hätten im vergangenen Jahr rund neun Prozent mehr Kreuzfahrten gebucht als noch 2018, sagte Tourismusexperte Lohmann, der das Kieler Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa leitet und seit Jahren Reiseanalysen veröffentlicht.

Eine solche Steigerungsrate sei nur möglich, weil Kreuzfahrten gemessen an den Gesamtreisen weiter eine Randerscheinung seien. Nur bei etwa 2,5 Prozent der 71 Millionen Urlaubstrips handle es sich um Kreuzfahrten, sagte Lohmann.

Doch zeige das Wachstum dieser arg gescholtenen Branche, dass die meisten das Thema Nachhaltigkeit beim Buchen außen vor lasse.

Auch die Luftfahrt wächst weiter. Die deutschen Flughäfen hätten 2019 ihre Passagierzahlen um rund zwei Prozent gesteigert, sagte Lohmann. Fliegen ist die klimaschädlichste Art zu reisen . Vor allem Inlandsflüge gelten als Klimasünde. Die Klimabewegung Fridays for Future erregt jede Menge Aufmerksamkeit und erhöht so den Druck auf die gesamte Branche. Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Verbraucher scheint das aber nicht zu haben.

Deutschland bleibt beliebtestes Reiseziel

Das Top-Reiseziel der Deutschen werde auch 2020 ihr eigenes Land bleiben, sagte Lohmann. Man erwarte, dass rund 30 Prozent der Urlauber innerhalb der Bundesrepublik verreisen. Weitere Topziele seien Spanien, Italien, die Türkei und Österreich.

Auffällig: Immerhin 42 Prozent der Befragten gaben an, sie wollten in diesem Jahr ein neues Urlaubsziel ausprobieren. Lohmann analysierte, das ansonsten konstante Reiseverhalten der Deutschen könne nicht über die Neigung zur Abwechslung im Urlaub hinwegtäuschen. DPA/ALBE
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