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Ein Tag im Salzlandkreis

Handwerk trifft High-Tech: Höchstleistungen zu jeder Zeit

Sanitätshaus Gerd Klinz GmbH

Stefan Wandsleb hat als Jahrgangsbester eine Auszeichnung erhalten für sein Meisterstück – eine Teil-Handprothese mit elektrischer Fingerfunktion. FOTOS: SANITÄTSHAUS KLINZ; SILVIO KISHON (1)
Stefan Wandsleb hat als Jahrgangsbester eine Auszeichnung erhalten für sein Meisterstück – eine Teil-Handprothese mit elektrischer Fingerfunktion. FOTOS: SANITÄTSHAUS KLINZ; SILVIO KISHON (1)
Egal ob 12 Uhr mittags, 9 Uhr morgens oder 5 Uhr abends: Im Sanitätshaus Gerd Klinz in Bernburg werden zu jeder Zeit Höchstleistungen erbracht – was übrigens ganz wörtlich zu verstehen ist: „Wir haben einen 24-Stunden- Bereitschaftsdienst an allen 7 Tagen der Woche. Wenn eine Beinprothese kaputtgeht, ein Rollstuhl stehen bleibt, sind wir unverzüglich für die Patienten da“, hebt Gründer Gerd Klinz hervor.

Und auch der Begriff Höchstleistungen habe absolute Berechtigung, fährt der Chef fort und erklärt: „In unserem nun bereits fast drei Jahrzehnte erfolgreich am Markt agierenden Unternehmen kreist alles um das Thema Aus- und Weiterbildung und das Erreichen größtmöglicher fachlicher Exzellenz“, bekräftigt Gerd Klinz, der selbst Orthopädiemechanikermeister ist.

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„Wir haben in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Orthopädietechniker ausgebildet, darunter mehrere Landes- und Bundessieger, und über zehn Meistern die Ausbildung ermöglicht beziehungsweise sie als Mentor begleitet“, erläutert er. Nun aber habe das Unternehmen den Vogel abgeschossen: Mit Carsten Suhle und Stefan Wandsleb hat das Bernburger Sanitätshaus jetzt gleich zweimal in Folge (!) die Jahrgangsbesten im Rahmen der mit einem europäischen Diplom verbundenen Meisterausbildung an der Bundesfachschule für Orthopädietechnik gestellt – ein bis dato noch nicht dagewesener „Doppel-Schlag“ und eine eindrucksvolle Demonstration der Leistungsfähigkeit des Unternehmens mit inzwischen 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
       
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Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Sowohl Carsten Suhle für seine mittels 3D-Druck hergestellte elektrische Armprothese als auch Stefan Wandsleb für seine Teil-Handprothese mit elektrischer Fingerfunktion bekamen für ihre Meisterstücke jeweils die absolute Maximalbewertung von 100 Punkten zuerkannt. Längst sind in dem alten Handwerk – Gerd Klinz: „Ich habe noch mit Leder und Holz gearbeitet“ – Digitalisierung und weitere High-Tech-Verfahren, wie eben der 3D-Druck, angekommen. „Und damit die Patienten die von uns hergestellte Arm- beziehungsweise Teil-Handprothese auch wirklich bewegen und zum Greifen nutzen können, werden durch Elektroden die Muskelsignale am Arm- respektive Handstumpf abgenommen und mittels ausgeklügelter Algorithmen die Finger entsprechend elektrisch angesteuert“, schildert Stefan Wandsleb. Das Sanitätshaus Klinz, das interdisziplinär mit Ärzten und Kliniken zusammenarbeitet und neben seinen Orthopädietechnikern auch Absolventen der Studiengänge Industriedesign und Medizintechnik beschäftigt, ist ein absoluter Vorreiter dieser Entwicklung. Nächster Schritt dürften „selbstlernende“ Prothesen sein, die einfach nur durch ihre Nutzung immer tritt- beziehungsweise griffsicherer werden. „Aktuell ist ja noch jede Menge Physio- und Ergotherapie vonnöten, damit die Patienten den richtigen Umgang mit der Prothese erlernen“, macht Stefan Wandsleb den in Aussicht stehenden Entwicklungsschritt deutlich.
         
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„Unmögliches“ möglich machen: Patienten kommen selbst aus dem Ruhrgebiet

„Was bei all dem wichtig ist: Die Meisterstücke meiner Mitarbeiter sind nicht etwa Prototypen, sondern für ganz konkrete Patienten angefertigt worden, die die Prothesen nun auch im Alltag tragen“, betont Gerd Klinz. Nicht ohne Stolz verweist er darauf, dass das Sanitätshaus mit Hauptsitz, Werkstatt- und Fertigungszentrale in Bernburg sowie zehn weiteren Niederlassungen in Sachsen-Anhalt, darunter auch Aschersleben, mittlerweile sogar Patienten aus dem Ruhrgebiet versorgt und betreut. „Wir machen Sachen möglich, bei denen andere die Hände heben und abwinken“, unterstreicht Gerd Klinz, dessen Unternehmen neben der Orthopädietechnik weitere Fachabteilungen wie Rehabilitationsbedarf und Orthopädieschuhmacherei umfasst.
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