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Datensammelei im Smart Home einschränken

VERNETZTER HAUSHALT: Das Wohnen wird zunehmend digital. Doch das Smart Home hat auch seine Kehrseiten. Wie kann man seine Daten am besten schützen?

Nutzer sollten sich überlegen, ob sie jedes Gerät mit einer App steuern wollen. FOTO: JELENA/ADOBE STOCK
Nutzer sollten sich überlegen, ob sie jedes Gerät mit einer App steuern wollen. FOTO: JELENA/ADOBE STOCK
Intelligente Leuchten, smarte Saugroboter, sprechende Helferlein: Die Auswahl an Geräten, die Verbraucher in den eigenen vier Wänden unterstützen, ist groß. Sie machen das Leben einerseits zwar leichter. Andererseits sammeln sie mitunter im Hintergrund auch Nutzerdaten.

Die allermeisten dieser Haushaltsgeräte stünden regelmäßig mit dem Hersteller in einer Kommunikationsverbindung - und sei es nur, um den Wartungsstatus oder Updates abzurufen, erklärt Dennis-Kenji Kipker, Rechtswissenschaftler von der Universität Bremen. Er weist auch darauf hin, dass einige Hersteller die Gerätenutzung von einer Online-Registrierung abhängig machen. Deshalb sollten sich Verbraucher überlegen, ob es notwendig ist, ihre genauen Adressdaten und den Klarnamen anzugeben. Alternativ könne man mit Pseudonymen arbeiten, erklärt der Experte.

Datensammelei oder Datenschutz

Auf dem Markt lassen sich, grob gesagt, zwei Formen von Anbietern unterscheiden: Das sind Unternehmen, die sich stark an den geltenden Datenschutzrichtlinien orientieren und sich um Transparenz bemühen - und es gibt jene, die so viele Daten wie möglich erfassen wollen. Häufig werden diese dann etwa für Marketingzwecke weitergenutzt.

Beim Kauf von Geräten mit Smart-Home-Anwendungen sollte daher Wert darauf gelegt werden, dass die Hersteller ein datenschutzfreundliches System sowie entsprechende Voreinstellungen verwenden - das nennt man auch Privacy by Design beziehungsweise Privacy bei Default. Dazu rät Helga Block, die Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit von Nordrhein-Westfalen.

Vor dem Kauf einer elektronischen Haushaltshilfe sollte man sich genau über den Hersteller informieren. „Unter Datenschutzgesichtspunkten sollte man immer EU-Herstellern den Vorzug geben, da diese dem strengen Regime der Datenschutzgrundverordnung, DSGVO, unterliegen - selbst wenn sie Daten ins Ausland übermitteln“, rät IT-Rechtler Dennis-Kenji Kipker.

Die Frage ist: Was passiert mit den erfassten Informationen? Unter Datenschutzgesichtspunkten sei zu unterscheiden, ob die gesammelten Angaben nur lokal genutzt würden oder auch in eine Hersteller-Cloud übertragen und dort ausgewertet würden, meint Helga Block.

Apps immer kritisch betrachten

Grundsätzlich können sich Nutzer auch überlegen, ob sie wirklich jedes Gerät mit einer App ansteuern müssen. Gerade die Apps neigen aus Expertensicht dazu, zusätzliche personenbezogene Daten, die gar nichts mit der Gerätenutzung an sich zu tun haben, zu sammeln. Maik Morgenstern vom IT-Sicherheit-Forschungsinstitut AV-Test empfiehlt, vor dem Kauf Testberichte zu lesen. Zudem sollten sich Verbraucher dazu schlaumachen, inwiefern sich die Privatsphäre-Einstellungen anpassen lassen.

Senden von Daten einen Riegel vorschieben

Wer sich ein smartes Haushaltsgerät zulegt, kann an einer möglicherweise übermäßigen Datensammelei mitunter nur schwer etwas ändern. Es ließe sich allerdings, wenn sich das Gerät im eigenen WLAN befinde, eine Firewall einrichten und damit das Senden an die Server der Unternehmen verhindern, sagt Morgenstern. Das sei jedoch sehr kompliziert und nur etwas für IT-Experten.

Stellt sich die Frage, ob all diese Bedenken so gravierend und einschneidend für Verbraucher sind, dass man von einem Kauf absehen sollte? Für Experten hängt die Antwort darauf vom Gerät und dessen Nutzung ab. „Wenn Kameras und Mikrofone im Spiel sind, sind immer auch hochsensible Daten betroffen“, sagt Dennis-Kenji Kipker. Bei anderen Geräten, beispielsweise einer Kaffeemaschine, die elektronisch vernetzt ist, bestehe hingegen nahezu kein Risiko. dpa
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