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Da kommt ganz schön was zusammen

Baunebenkosten nicht unterschätzen

Foto: djd/Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende/thx
Foto: djd/Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende/thx
Das passende Grundstück wurde gefunden, die Finanzierung der Grundstücks- und Baukosten befindet sich in trockenen Tüchern, man weiß, welcher Haustyp entstehen soll. Was zu diesem Zeitpunkt allerdings oft unterschätzt wird, sind die voraussichtlich anfallenden Baunebenkosten. Sie können bis zu 15 Prozent der Gesamtkosten ausmachen.

Baunebenkosten sind gut kalkulierber

Wer durch Neubausiedlungen am Stadtrand fährt, wird immer wieder mit an sich hübschen Einfamilienhäusern konfrontiert – allerdings fehlen bei ihnen Putz und Dämmung oder die Außenanlagen gleichen einer Wüste. Der Grund ist so einfach wie vermeidbar: Das Geld ist vor der Fertigstellung des Hauses ausgegangen, die Kostenkalkulation und die darauf aufbauende Finanzierung waren nicht ausreichend. „Dabei sind die Bau- und Baunebenkosten durchaus seriös kalkulierbar“, meint Florian Haas, Finanzexperte und Vorstand der Schutzgemeinschaft für Baufinanzierende e.V..

Reine Baukosten erhöhen sich enorm

Addiert man die Positionen wie Maklerprovision, Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch, Vermessung, Planung und Hausanschlüsse, kommt eine stattliche Summe zusammen. Diese erhöhen die reinen Baukosten um ein gutes Stück und müssen meist aus Eigenmitteln erbracht werden. Dabei sind die Kosten keineswegs versteckt, sondern bereits im Vorfeld genau identifizierbar.

Checkliste gibt Überblick zu allen Kosten

Die Schutzgemeinschaft beispielsweise stellt ihren Mitgliedern und anderen Bauwilligen unter www.finanzierungsschutz.de eine Checkliste zur Verfügung, welche die zu berücksichtigenden Punkte der im Bauprozess entstehenden Kosten systematisch auflistet. DJD

Mehr Infos: www.finanzierungsschutz.de

Meins für 99 Jahre

Das Grundstück in Erbpacht

Wer beim Bauen die Kosten senken möchte, sollte über Erbpacht nachdenken. Sie ermöglicht den Bau eines Hauses, ohne ein teures Grundstück kaufen zu müssen.

165 Euro pro Quadratmeter kostet ein Baugrundstück in normaler Wohnlage in Leipzig, in Köln gar 500 Euro. Günstiger kann da der Erwerb nach Erbbaurecht sein. Bei diesem Modell pachtet man den Grund für bis zu 99 Jahre und zahlt einen jährlichen Zins. Kommunen, Stiftungen und Kirchen bieten solche Grundstücke an. Städte nutzen das Erbbaurecht, um beim Sprung ins Wohneigentum zu helfen.

Der Erbpachtzins für Wohnimmobilien lag 2017 bei durchschnittlich 3,1 Prozent, so eine Studie des Deutschen Erbbaurechtsverbands. Für ein Grundstück im Wert von 100.000 Euro wären demnach jährlich 3.100 Euro zu überweisen. Nur für eine Immobilie, die darauf gebaut werden soll oder bereits vorhanden ist, fallen Finanzierungs- und Nebenkosten wie beim konventionellen Erwerb an.

Zinserhöhungen einplanen

Die Konditionen einer Erbpacht sind letztlich Verhandlungssache. Wichtig zu wissen: Der Grundeigentümer hat das Recht, den Erbbauzins alle drei Jahre zu erhöhen. BHW
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