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Nele Haag, Maria Dreißigacker FOTOS: IHK / REINHARDT

Halle/Saalekreis
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Bei jungen Fachkräften ist Sachsen-Anhalt doppelt spitze

Auszeichnungen: Nationale Ehrung der besten Auszubildenden 2020

29.12.2020

Zwei junge Facharbeiterinnen aus dem Bezirk der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) haben ihre Berufsausbildung mit Bravour gemeistert und gehören deutschlandweit zu den Jahrgangsbesten: Die 20-jährige Nele Haag holte bei ihrer Abschlussprüfung zur Verfahrenstechnologin in der Mühlen- und Getreidewirtschaft 94 von 100 möglichen Punkten. Die in Baden-Württemberg geborene junge Frau hat den dreijährigen Ausbildungsberuf bei der Saalemühle Alsleben GmbH gelernt. Auch die 27-jährige Hallenserin Maria Dreißigacker erzielte Bestnoten. Beim Mitteldeutschen Rundfunk hat sie ihre Berufsausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste absolviert. Mit 92 Punkten gehört auch sie zu den insgesamt 206 Jahrgangsbesten aus den verschiedenen Berufen deutschlandweit.

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Dr. Simone Danek, IHK-Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung, gratuliert den Absolventinnen und ihren Ausbildungsbetrieben. „Die besonderen Herausforderungen in diesem Jahr haben Ausbildern, Prüfern und Azubis viel abverlangt. Umso mehr freue ich mich, dass es zwei Absolventinnen aus unserer Region unter die Besten geschafft haben. Ihre Leistung belegt eindrucksvoll, dass es sich auch in diesen schwierigen Zeiten lohnt, seine Ziele beharrlich zu verfolgen“, so Danek. Die Ehrungsveranstaltung in Berlin findet in diesem Jahr nicht statt. Um die Auszubildenden dennoch gebührend zu würdigen, hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag eine Website veröffentlicht. Unter www.bestenehrung.dihk.de beglückwünschen neben Bundeskanzlerin Angela Merkel weitere prominente Persönlichkeiten. Auch Kurzfilme und Steckbriefe von den Bundesbesten selbst sind dort veröffentlicht.

Hintergrund: Nele Haag ist Deutschlands beste „Jung-Müllerin“. Der Beruf einer Müllerin hat heute nicht mehr viel mit der romantischen Vorstellung mahlender Mühlsteine am rauschenden Bach zu tun: Eine Verfahrenstechnologin in der Mühlen- und Getreidewirtschaft (Fachrichtung Müllerei) arbeitet auf dem Feld, im Labor und am Computer, erklärt Nele Haag. Die 20-Jährige ist im Schwäbischen geboren, aber in Sachsen-Anhalt aufgewachsen. Nach dem Abitur wollte sie Praxiserfahrungen sammeln und entschied sich für eine Berufsausbildung bei der Saalemühle in Alsleben – inspiriert durch ihren Vater, der dort beschäftigt ist. Der Betrieb bildet jedes Jahr zwischen 15 und 20 Azubis in verschiedenen Berufen aus.

Maria Dreißigacker sorgt dafür, dass der MDR nichts vergisst. Maria Dreißigacker (27) studierte zunächst Geschichte und Judaistik. Das Studium war ihr dann allerdings nicht praktisch genug, und so hat sie sich für eine Berufsausbildung entschieden: Sie lernte FAMI, so lautet die nicht ganz ernst gemeinte Abkürzung der Fachangestellten für Medien und Informationsdienste (Fachrichtung Information und Dokumentation). Es ist „was mit Medien“ und doch ganz anders: Gute Redaktionen brauchen ein funktionierendes Archiv. Der MDR bildet neben kaufmännischen und fachtechnischen Berufen auch in diesem weniger bekannten Berufsfeld aus. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Maria Dreißigacker war in ihrem Element. Die Hallenserin ist organisiert, verfügt über eine schnelle Auffassungsgabe und eine breite Allgemeinbildung. IHK


Ingenieurarbeitsmarkt gerät zunehmend unter Druck

Die Corona-Krise hat nicht nur in Deutschland – sondern weltweit – zu einem starken konjunkturellen Einbruch geführt. Dieser Einbruch hinterlässt auch auf dem Ingenieurarbeitsmarkt gravierende Spuren. Das zeigen die Zahlen für das 3. Quartal 2020 aus dem aktuellen Ingenieurmonitor, den der Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) mit dem Institut der deutschen Wirtschaft (IW) herausgibt. Entgegen dem sonstigen Trend einer steigenden Arbeitskräftenachfrage sind die offenen Stellen seit März stark gesunken und die Zahl der Arbeitslosen ist sprunghaft angestiegen. Allein im dritten Quartal 2020 sank die Anzahl der offenen Stellen um 26,2 Prozent. In absoluten Zahlen waren monatsdurchschnittlich im dritten Quartal 92380 offene Stellen zu besetzen, wovon 61 170 auf die acht klassischen Ingenieurberufskategorien und 31200 auf Informatikerberufe entfielen.